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Die Blockchain zieht immer mehr „Steak Holder“ aus Wirtschaft und Finanz in ihren Bann und wird zunehmend interessant für Investments. Auf unserem Crypto Future Blog berichteten wir bereits über die Aktivitäten von Raiffeisen in dieser Hinsicht, aber auch Großredereien und die hohe Politik sind an den teilweise revolutionären Anwendungsmöglichkeiten des dezentralen Netzwerks interessiert.

Mittlerweile streckt auch die Petrochemische Industrie ihre „Fühler“ nach der Blockchain aus. Der internationale Ölriese Shell mit Hauptsitz in London hat über seinen Investmentarm „Shell Trading International“ einen nicht veröffentlichten Betrag in das Londoner Startup „Applied Blockchain“ (Foto: Marcus de Wilde von A.B. mit Crypto Future CEO Tomislav Matic) gesteckt. Die 2015 gegründete Jungfirma entwickelt Blockchain-Anwendungen mit Fokus auf Distributed Ledger und Smart Contracts für seine Kunden. Das Start-up soll dem Energie-Riesen dabei helfen, die neue Technologie für ihr eigenes Geschäft zu adaptieren. Applied Blockchain hat derzeit Kunden aus dem Banken-, Telekom-, Autohersteller und Produktionsbereich sowie aus der Flugindustrie. Aber auch im Energiebereich gibt es viele Anwendungsfälle. Shell, BP und Statoil sollen an einer eigenen Blockchain-basierten Handelsplattform arbeiten.

Aus der Energiebrache hat etwa das österreichische Energieunternehmen „Wien Energie“ bereits erste erfolgreiche Blockchain-Projekte an den Start gebracht und den ersten Gashandel mit der Blockchain durchgeführt.

 

Es klingt so simpel wie genial – aber mit Hilfe der Ether-Blockchain könnte es bald möglich sein dem weltweiten Unterernährungsproblem ein Ende zu setzen. Das sog. „Smart Farming 2.0“ - die intelligente Farm der Zukunft, soll ein „umfassendes Lernvermögen“ besitzen, um eine höhere Produktivität und Effizienz bei der Nahrungsmittelherstellung zu gewährleisten. Die Farm kontrolliert selbstständig die richtige Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung, Kohlendioxid und Bewässerung einer Pflanzenzuchtanlage, indem sie IoT-Technologie, Sensoren und Analysesoftware mit vernetzter Umgebung verwendet. Smart Farming soll eine proaktive Vorhersage, Echtzeit-Reaktion und situationsspezifische Simulation rund um die Uhr erreichen. Die neue, auf der Blockchain-Technologie basierende dezentralisierte Plattform würde zudem kostentreibende Zwischenhändler überflüssig machen.

Die Nahrungsmittel-Blockchain soll den Ursprungsort des Produkts, seinen Produzenten, seine Region und geschäftliche Bewegungen speichern und so die Belohnung von Produzenten mit höherer Transparenz und rückverfolgbare, verifizierte Angaben für die Verbraucher ermöglichen Außerdem erforscht das Projekt derzeit die Erforschung und Entwicklung pflanzlich basierter Fleischsorten in der asiatischen Küche um das Problem der Fleischknappheit in den Griff zu bekommen.  Das „AgriTech & Food Science Project“ bezeichnet sich als die weltweit erste dezentralisierte Initiative, die auf Ethereum-Blockchain und Smart Contracts basiert.

 

Nicht nur, dass die Ethereum Blockchain eine gleichberechtigte Teilhabe aller User am gemeinsamen Datennetzwerk ermöglicht – die Technologie könnte die demokratischen Abläufe, wie wir sie kennen, völlig revolutionieren. Mit Hilfe der Blockchain ist es nämlich möglich die Stimmabgabe völlig fälschungssicher zu gestalten – Hochrechnungen am Wahlabend wie wir sie kennen werden überflüssig, denn die Stimmenauszählung fällt weg und das Endergebnis könnte um Punkt 17 Uhr feststehen.

Und tatsächlich wurde dieses Potential bereits erkannt:

Beispielsweise ermöglicht es die brasilianische Regierung der Bevölkerung, Petitionen zu Themen zu starten, die im Parlament besprochen werden sollen. Wenn die Petition von einem Prozent der Bevölkerung des Landes unterschrieben wurde, wird sie dem Kongress vorgelegt und die Regierung ist verpflichtet, sie zu überprüfen.

Da die Bearbeitung dieser Petitionen jedoch regelmäßig einen enormen „Papierkrieg“ verursacht, testen nun brasilianische Programmierer die Ethereum-Blockchain um das Problem zu lösen.

Die brasilianische Regierung unterstützte die Initiative und hat mit der Entwicklung einer mobilen App begonnen, die es ermöglichen wird sich online für das System anzumelden und Unterschriften für Petitionen, die unterstützt werden sollen, abzugeben, oder selbst eine Petition einzureichen. Diese Signaturen werden täglich auf der Ethereum-Blockchain „gehasht“ und aufgezeichnet. Ein solches System stellt sicher, dass keine Signatur verloren geht oder gefälscht wird.

 

1.) Etherium Casper

Casper ist kein spezifisches Projekt. Es ist eine Mischung aus zwei Forschungsprojekten, die derzeit vom Ethereum-Entwicklungsteam durchgeführt werden. Diese sind Casper, FFG (Freundliches Finalität Gadget) und Casper, CBC (Korrekt-durch-Konstruktion)

Casper FFG alias Vitaliks Casper ist ein, in Entwicklung befindlicher, hybrider POW / POS-Konsensusmechanismus. Dies ist die Version von Casper, die zuerst implementiert werden soll. Sie wird entworfen, um den Übergang zum “proof of stake” zu erleichtern. Die Art und Weise, wie es entworfen wird, ist, dass es ein “proof of stake” Protokoll gibt, der auf dem “proof of work” ethash Protokoll überlagert wird. Während die Blöcke weiterhin über POW ausgenutzt werden, wird jeder 50. Block ein POS-Kontrollpunkt sein, wo der Zweck durch ein Netzwerk von Validierern evaluiert wird. Die Implementierung von Ethereum Casper hätte mehrere Vorteile. Sie können alle unter den folgenden Kategorien aufgeführt werden: Hilfe zur Dezentralisierung, Energieeffizienz, Wirtschaftliche Sicherheit, Skalierung, sowie Übergang zum POS. Menschen passen sich nicht leicht an Veränderungen an. Wenn sie sich an etwas gewöhnt haben, ist es sehr schwierig für sie, aus dieser Komfortzone herauszukommen. Auch wenn Casper noch nicht offiziell verwendet wird, ist die Einbindung im Testsystem ein wichtiger Meilenstein vor der endgültigen Adoption des ethereum-eigenen Proof-of-Stake-Systems. Neben der Energie-Ersparnis im Vergleich zum Proof-of-Work-Konsens erhofft man sich durch Casper schneller verarbeitete Transaktionen und eine Dezentralisierung der Netzwerk-Struktur.

2.) Etherium Sharding

Das Konzept leitet sich von “shard” – Scherbe – ab und meint in der Architektur von Datenbanken, dass man eine Datenbank in verschiedene Partitionen zerlegt und diese auf verschiedenen Servern speichert. Dies verbessert offensichtlich die Performance der Datenbank sowie von Suchanfragen. Dass man durch das Sharding, also das Zerlegen einer Blockchain in einzelne Scherben, diese stärker als ihre einzelnen Computer machen kann, ist recht einfach nachzuvollziehen. Allerdings weiß noch niemand so recht, wie das funktionieren soll und ob es überhaupt möglich ist. Schließlich ist die Einheit der Blockchain ja gerade das, was sie auszeichnet. Die grundlegende Idee ist es, in die Caspar-Verträge die Funktion einzubauen, dass eine zufällige Zuweisung von Validatoren an einzelne Partitionen der Blockchain bzw. der Transaktionen stattfindet, damit diese nicht mehr die komplette Verifizierung aller Transaktionen und die Ausführung aller Verträge leisten müssen, sondern nur noch einen Teil davon. Proof-of-Stake wird damit also zur Grundlage, um die Last der Blockchain auf verschiedene Knoten zu verteilen.

 

Ethereum („Ether“ oder abgk. „ETH“) ist in den letzten Monaten sehr schnell gewachsen und nach Bitcoin wohl der bekannteste Begriff im Blockchain-Universum. Aber was genau ist Ethereum? Und warum ist es eigentlich keine Bitcoin-Konkurrenz? ETH wurde 2013 von Vitalik Buterin konzeptioniert, ein Jahr später von Gavin Wood formalisiert und schließlich in 2015 in Betrieb genommen. Gerade einmal ein halbes Jahr hat es gedauert, um auf eine Marktkapitalisierung von einer halben Milliarde US-Dollar zu kommen – eine Summe, die sich schon zwei Wochen später verdoppeln sollte. Marktkapitalisierung Stand Jänner 2018: 70,66 Mrd. Euro. Die Entwicklung von Ethereum liegt in den Händen der Ethereum Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in der Schweiz. Die zweite wichtige Organisation ist die Enterprise Ethereum Alliance. Die Allianz will Industriestandards auf Basis der „einzigen Smart Contracts unterstützenden Blockchain, die in der realen Welt produktiv läuft“ aufbauen, also Standard-Softwarelösungen für den gesamten Markt entwickeln. Diese sollen als Open Source Software frei nutzbar sein.

Dass dieses Anliegen und die Allianz nicht zu unterschätzen sind, zeigt bereits ein Blick auf die Gründungsmitglieder: Accenture, Credit Suisse, Intel, J. P. Morgan, Microsoft, Santander, ING-DiBa, um nur die bekanntesten Namen zu nennen. Ethereum läuft bereits produktiv, bekommt breite Unterstützung aus der Wirtschaft und kann auf eine ordentliche Marktkapitalisierung verweisen. Das Netzwerk besteht wie bei Bitcoin aus einzelnen Teilnehmern („Nodes“), die einen Ethereum-Client betreiben. Jeder Node beinhaltet die gesamte Blockchain, die bei Ethereum derzeit je nach genutztem Client ca. sechs bis elf Gigabyte groß ist. Der Windows-Client verlangt konkret nach mindestens 20 Gigabyte. Das ETH Protokoll ist schlicht die gesamte Funktionsweise von Ethereum, also letztlich das Regelwerk zum Führen der Blockchain und der Verwaltung des Netzwerks. Der wichtigste Punkt der Blockchain ist wohl der Konsensalgorithmus. Ursprünglich nutzte Ethereum den von Bitcoin bekannten Proof of Work (PoW), der das Mining an Rechenleistung bindet, die in das Lösen kryptografischer Aufgaben investiert wird. 2017 bestand eine wichtige Bestrebung darin, das System auf Proof of Stake (PoS) umzustellen. Der wesentliche Unterschied ist, dass bei PoS nicht mehr die investierte Rechenleistung bestimmt, welcher Miner den nächsten Block generiert. Stattdessen wird per Pseudozufallsalgorithmus festgelegt, welcher Miner aus einem Pool an der Reihe ist. Miner kann werden, wer sich an die Regeln der Blockchain hält – und dafür Ether als Sicherheit hinterlegt. Auf diese Weise wäre die Macht zum Generieren neuer Blöcke abhängig vom Ether-Guthaben anstelle von Hardware.

 

Die Stadt Wien wird am 14. Dezember zahlreiche Daten mit Hilfe der Blockchain Technologie öffentlich zugänglich machen, dies im Zuge eines Pilotprojekts, gilt doch die Bundeshauptstadt europaweit als Vorreiter in Sachen „Open Government Data“. Es gibt mittlerweile sogar ein eigenes Portal, wo man unkompliziert zu verschiedensten Daten Zugang hat – etwa Kurzparkzonen, Haltestellen öffentlicher Verkehrsmittel oder Parkanlagen. Diese Daten wiederum können dazu genutzt werden, um Anwendungen wie Smartphone-Apps zu entwickeln. Bis dato wurden, laut Stadt Wien, rund 300 Datensätze offen gelegt, daraus mittlerweile rund 200 Apps entwickelt.

Auf Bundesebene hat noch - Wirtschaftsminister Harald Mahrer, der als Fan der Blockchain Technologie gilt, die Initiative Blockchain Austria initiiert und kürzlich mit einem eigenen Summit an der WU Wien bedacht. Als Drehscheibe wurde an der WU Wien ein eigenes Forschungsinstitut für Kryptoökonomie eingerichtet und mit 500.000 Euro gefördert.

 

 

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